One night in the Tree House – Rarotonga

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Nun sitze ich tatsächlich hier auf den Cook Inseln, in so etwas ähnlichem wie einem Baumhaus – so der Name der Airbnb Unterkunft -, habe keinen Kontakt zur Außenwelt, esse Fettuchine Alfredo und höre „Besa me, besa me mucho….“  begleitet von dem Zirpen aus den Dschungelbäumen. Ich wiederum lasse mich verspeisen von den in der Dunkelheit nicht sichtbaren Stechmücken.

Verdammt, ich habe das Antibrumm vergessen!

Zum Essen hat mir Carlo, der Padrone, einen sehr süssen Prosecco ausgeschenkt, der, so vermute ich mal, ein vergessenes Hochzeitsgeschenk war,  und den seine Frau soeben nach langem Suchen aufgetrieben hat. Carlo ist Italiener, er stammt aus Ravenna. Doch schon auf der kurzen Fahrt vom Airport, von dem er mich mit einem Schild „Welcome at the Tree House to Marita“ abgeholt hat, in die Unterkunft, stelle ich fest, dass er ein Weltenbummler und Tausendsassa ist. Er betreibt nebenbei Geschäfte in Dubai, unterhält weitere Airbnb Wohnungen unter anderem in Montevideo, kennt die Seychellen, Puerto Rico und was immer an Ländern ins angeregte Gespräch kommt, wie seine Westentasche. Ich kann nur staunen. Nun stellt man sich sicher einen gewieften Geschäftsmann mit gegelten Haaren vor, aber weit gefehlt. Carlo ist ein überaus angenehmer, zuvorkommender und ruhiger Mann. Während der Fahrt erklärt er mir die Besitzverhältnisse auf der Insel, hält für mich am Supermarkt, begleitet mich, als ein heftiger Regen einsetzt, mit Schirm in den Laden hinein und hinter mir hergehend, den Schirm über meinen Kopf haltend, wieder hinaus. Zwei meiner Wasserflaschen im Einkaufskorb nimmt er kurzerhand wieder raus, das sei Verschwendung, sei zu teuer hier auf der Insel, ich solle nur eine nehmen, und diese dann mit seinem gesunden, gefilterten „tap water“ nachfüllen.

Auf die Cook Inseln ist Carlo als Geschäftsführer einer bekannten Hotelkette gekommen. Aber er war auch schon Restaurantbesitzer, weshalb er seinen Gästen hausgemachte italienische Speisen anbietet. Ich dachte, da gehöre auch das obligatorische Glas Wein dazu und brachte ihn in Not. Sehr häufig wird sein Service wohl nicht in Anspruch genommen, obgleich das Tree House ziemlich weit weg von der Hauptstadt Avarua liegt. Für mich war es aber gerade deshalb genau das Richtige, da ich morgen schon wieder am Flughafen sein muss.

Tja, die Cook Inseln. Nur eine Nacht würde ich also hier auf Rarotonga bleiben und morgen gleich weiterfliegen nach Aitutaki. Nach meinem Aufenthalt dort, werde ich aber die Gelegenheit haben, nochmals vier Tage hier auf Rarotonga in einem Hotel am Strand zu verbringen.

Fast bedaure ich nun, dass es nicht bei Carlo im Tree House sein wird, so symphatisch ist mir dieser ruhige und besonnene Mann. Das Appartement inmitten dieser vielen Urwaldbäume hatte tatsächlich seinen ganz eigenen Reiz. Nicht zu vergessen, die vielen Italienischen Hits, die man über USB am Fernseher hören konnte, denke ich lächelnd, und weiß warum: Es „menschelte“ sozusagen bei allen Gelegenheiten, es war spannend und ich hatte mich auf sehr angenehme weise geborgen gefühlt.

Am nächsten Tag musste ich das Zimmer bis 10 Uhr verlassen. Meinen Koffer ließ ich stehen und machte erstmals die Erfahrung mit dem kleinen Bus, der clockwise und anticlockwise um die Insel fährt. Das würde ich dann aber noch ausführlicher beim nächsten Aufenthalt erleben und beschreiben können. Ich verbrachte eine viel zu lange Zeit im Laden des örtlichen Internet Anbieters um wenigsten für das Mobile einen Zugang zu besorgen. Wie überall in diesen Läden stand ich geduldig mit den Insulanern in einer langen Reihe an, bis ich zu den freundlichen Mitarbeitern durchgedrungen war, und endlich eine Cook Insel Sim-Card zu erwerben. In den kleinen Geschäften der ebenso kleinen Hauptstadt bewunderte ich die Inselschönheiten, die sich auch gerne für ein Foto für mich aufstellten.

 

Ein gewöhnlicher Tag auf Rarotonga

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurück bei Carlo, fuhr dieser mich wieder an den Flughafen, und ließ es sich nicht nehmen, mich an den Schalter zu begleiten, um sicher zu stellen, dass ich ohne Probleme meinen Platz in der kleinen Maschine der Air Rarotonga erhalten würde. Gerührt und fast ein bisschen traurig winkte ich zum Abschied und war dankbar, hier in der Ferne auf solch einen netten Menschen gestossen zu sein.

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