Die Welt steht still

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„Around the world“ tanzt in diesen Tagen kaum einer mehr. Viel zu oft trugen die Menschen, die zuletzt noch um diese schöne Welt tanzten,  einen tückischen, blinden Passagier in ihrem Nasen- und Rachenraum umher.  Zwar wurde dieser inzwischen entlarvt, und bis in die entlegensten Gegenden der Welt kennt man ihn nun bei seinem Rufnamen Covid 19“, nur leider stoppen,  lies er sich deswegen längst nicht mehr. Munter tanzen nun Covid Neunzehner um den ganzen Erdball und legen die Welt in noch nie gekanntem Ausmaße lahm. 

Entstanden ist Covid 19, davon ist bisher jedenfalls auszugehen, in China. Dort hat er seinen ersten Wirt gefunden und mit diesem ahnungslosen Tropf seine Reise angetreten. In einem unvorstellbaren Tempo hat er sich reproduziert, ist von Wirt zu Wirt gewandert und so im rasenden Tempo um die ganze Welt gekommen.  Inzwischen haben von Argentinien bis Zypern die meisten Länder dieser Erde ihre Grenzen  in der Hoffnung geschlossen, dass sie ihm damit seine rasante Ausbreitung stoppen können. Allemal für Reisende aus den sogenannten Risikoländern, – dazu zählen momentan vor allen die Länder der Europäischen Union – ist derzeit kein Fortkommen mehr. Denn nach China hat sich nun hier der Hotspot seines Wirkens entwickelt. Tückisch, weil lange nicht zu erkennen ist, in welchem Rachen – oder Nasenraum er sitzt, tanzte er sich so um den Globus und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. 

Sollte sich dennoch jemand entgegen allen Warnungen auf die Reise machen, werden ihn die meisten Länder zum Schutz ihrer Bevölkerung direkt in die Quarantäne befördern oder erst gar nicht mehr einreisen lassen. Auf der Homepage des Auswärtigen Amtes umfasse die Reise und Sicherheitshinweise mehr als 20 Seiten.  Von Acapulco bis Zürich, die Welt steht förmlich still.

Man muss dieser Tage kein Wissenschaftler sein, kein Philosoph und kein Augur, um mit großer Sicherheit voraussagen zu können, dass die Welt nicht mehr die sein wird, die sie einmal war. In den Medien versucht man denn auch mit Prognosen,  und wilder noch als das,  mit sogenannten Regnosen ein Bild zu malen von der Welt, wie sie in einigen Monaten aussehen wird. Das , was wir gerade erleben, hat noch keiner der derzeit auf dem Planeten Erde lebenden Menschen je erlebt. Natürlich gibt es Vergleich aus dem Mikrokosmos einzelner Menschen, einzelner Länder, einzelner Gesellschaften aber nie zuvor gab es eine dermaßen weltumspannende Ausnahmesituation. 

Wir alle sind dabei uns neu einzurichten. Manch einer mag dabei sein, der sich gar neu erfindet. Es wird Verlierer und es wird Gewinner geben. In der Weltwirtschaft wie in der Weltgesellschaft. Wir alle sind dabei uns anders einzurichten, müssen Abstriche machen und gewinnen anderes, gewinnen unbekannte Erlebnisse und Erfahrungen dazu. 

Für mich, die so gerne um die Welt tanzte, wird der Radius sehr viel kleiner, innerhalb dessen ich nun tanzen kann. Zunächst ist das so und wer weiß, vielleicht noch weit hinein in die Zukunft reichend, wird meine Tanzfläche begrenzt sein.

Hier steh ich also und kann nicht anders, als mich freuen, dass es mich einst um die Welt getrieben hat. Dass ich bei meinen Begegnungen mit Menschen aus dem Vollen schöpfen konnte. Dass ich in lauen Sommernächten auf den Terrassen so vieler mediterranen Länder tanzte, zu der Musik der Straßenmusikanten in  unzähligen Städten, zu den Klängen der Ukulelen in der Südsee, den Gitarren der argentinischen und uruguayischen Tango Musiker, und manchmal auch, vom Glück beseelt,  zu den Melodien des Windes, der Wellen  oder der Regentropfen wenn sie mich auf den staubigen Straßen manch heißer Wüstengegend erfrischten.

  

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