Die holländische Küste, ist zu jeder Jahreszeit schön. Doch wie könnte es anders sein, auch hier hat das Frühjahr seine ganz besonders Magie. Am aufgeschäumten Meer stehen und den herben Wind tief inhalieren, scheint jetzt im Mai nochmal eine ganz besondere Kraft zu geben. Ich habe es glücklich erwischt und das liegt nicht unwesentlich an Corona. Sehr wenige Menschen sind hier und gehäuft blickt man einfach nur in die weite Ferne des weißen Strandes, blinzelt in die Sonne und ist allein. Fast so, wie ich es von Aufenthalten im Winter her kenne. Noch ist das Wetter wechselhaft. Die ersten Tage sprach der lokale Wetterbericht Zeeland von Stapelwolken und dann wurden daraus immer dunklere Wolken, teilweise mehrere graue Stockwerke hoch. Das machte mir nichts. Auch bei diesem Wetter, mit immer wieder leichten Regenfällen, lief ich barfuß am Meer entlang. Und auch wenn ich sonst sehr großen Wert auf die natürlichen Geräusche des Windes, der Wellen und der Seevögel lege, hatte ich heute einmal Musik im Ohr. Am Abend zuvor hatte ich mir eine Playlist mit meinen Favoriten angelegt und diese wollte ich eigentlich nur einmal anhören. Aber es wurde ein Spaziergang der besonderen Art. Mein Gang veränderte sich …
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Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes und die damit verbundenen Beschränkungen sollen weiterhin bis zum 14.06.20 bestehen bleiben. Das heißt, nicht notwendige Reisen ins Ausland sollten tunlichst unterlassen werden. Man will am Erfordernis eines triftigen Einreisegrundes festhalten und kündigt Binnengrenzkontrollen bis zum 15. Juni 2020 an. Das sind die Regelungen just zu dem Zeitpunkt, an dem für mich die im Januar bereits getätigte Buchung des Zimmers in Cadzand vor der Tür steht. Es sind nicht wenige Recherchen erforderlich, um herauszufinden, dass eine Reise durch Holland trotzdem möglich sein sollte. Wunschdenken? Für Belgien, durch das man einen großen Teil der Strecke fährt, sieht es nicht so einfach aus, weshalb ich es vermeiden muss. An Christi Himmelfahrt wage ich es dann und mache mich auf den Weg in mein geliebtes Holland. Dem Navi folgend, das mich nur durch Holland führen soll, und das an jeder Kreuzung versucht mich über Antwerpen zu schicken, komme ich nach über 6 Stunden am Abend an. Das Fazit: Fast zwei Stunden mehr, als ich sonst auf der bekannten Route durch Belgien brauche. Nicht ganz ohne Einfluss ist dabei sicherlich auch die seit 16.März 2020 in Holland geltende Geschwindigkeitsbeschränkung. 100 km/h Höchstgeschwindigkeit sind tagsüber auf Autobahnen nur noch erlaubt. …
Die Leitlinien der Bundesregierung in dieser Coronakrise sind klar, es gilt den Kontakt zu anderen Menschen auf das Notwendigste zu reduzieren. Wir sind zurückgeworfen auf unsere vier Wände, auf unser Heim. Wir sind aber glücklicherweise nicht eingesperrt. Schon sehr früh am Morgen steige ich deshalb in meine Wanderschuhe und mache mich auf den Weg in Feld und Wald. Es ist Sonntag, und ich starte zu dieser frühen Stunde, weil ich die Ruhe und die friedliche Stimmung des Morgens im Wald besonders schätze. Das sieht nachmittags schon ganz anders aus. Gleich die ersten Sonntage, die mit den Einschränkungen der Coronakrise einhergingen, kam es auf den sonst so einsamen Waldwegen meiner Heimat zur wahren Völkerwanderung. Immer tiefer ging ich in den Wald, suchte meine geheimsten Wege und traute meinen Augen nicht, denn auch dort kamen die Menschen aus dem Unterholz oder um die nächste Ecke gebogen. Manchmal wurde es bei Begegnungen schon sehr schwer, den vorgeschriebenen Abstand zu halten. Die Landschaft meiner Heimat ist geprägt von dem hügeligen Auf und Ab eines Mittelgebirges. Da kann es schon einmal sein, dass man einen Anstieg zu bewältigen hat. Nicht alle, die auf Grund der Einschränkungen in der Coronakrise zu Wandervögeln wurden, haben dabei den …
Es ist das Jahr 2020, von dem sich nicht wenige Menschen so besonders viel versprochen hatten. Wie es zu dieser herausragenden Bedeutung kam, kann man nur vage ahnen. Vermutlich ein Zusammenspiel verschiedener Betrachtungsweisen. Angeregt durch die Vergleiche mit den Goldenen Zwanzigern, schwelgte man hier in Deutschland und ganz gewiß auch anderen Orts, in Bildern von dieser so lebendigen und lebenslustigen, entfesselten Zeit. Nicht wenige erhofften sich einen neuen Kick, einen bisher nicht bekannten Spirit, den die Zwanziger der Zweitausenderjahre für uns bereithalten würden. Für die Astrologen war 2020 als Mondjahr von großer Bedeutung. Sie gingen davon aus, dass die Verbindung von Jupiter und Saturn einen neuen zwanzigjährigen Zyklus einleiten würde. Niemand in Europa , der in der Nacht vom 31. Dezember zum 01. Januar 20 sein Glas erhob und auf das Neue Jahr anstieß, ahnte, welch tückische Gefahr für die Menschen sich in dieser Nacht schon irgendwo in China in den Körpern von Menschen zu reproduzieren begonnen hatte. In China, der vermuteten Ursprungszelle des Coronavirus SARS-CoV-2 , hatte das Jahr der Ratte im Januar dann auch so viel anders begonnen, als man es erwartet hatte. Läßt ein Jahr der Ratte die Chinesen auf Glück und Gewinn hoffen und animiert zum …
„Around the world“ tanzt in diesen Tagen kaum einer mehr. Viel zu oft trugen die Menschen, die zuletzt noch um diese schöne Welt tanzten, einen tückischen, blinden Passagier in ihrem Nasen- und Rachenraum umher. Zwar wurde dieser inzwischen entlarvt, und bis in die entlegensten Gegenden der Welt kennt man ihn nun bei seinem Rufnamen Covid 19“, nur leider stoppen, lies er sich deswegen längst nicht mehr. Munter tanzen nun Covid Neunzehner um den ganzen Erdball und legen die Welt in noch nie gekanntem Ausmaße lahm. Entstanden ist Covid 19, davon ist bisher jedenfalls auszugehen, in China. Dort hat er seinen ersten Wirt gefunden und mit diesem ahnungslosen Tropf seine Reise angetreten. In einem unvorstellbaren Tempo hat er sich reproduziert, ist von Wirt zu Wirt gewandert und so im rasenden Tempo um die ganze Welt gekommen. Inzwischen haben von Argentinien bis Zypern die meisten Länder dieser Erde ihre Grenzen in der Hoffnung geschlossen, dass sie ihm damit seine rasante Ausbreitung stoppen können. Allemal für Reisende aus den sogenannten Risikoländern, – dazu zählen momentan vor allen die Länder der Europäischen Union – ist derzeit kein Fortkommen mehr. Denn nach China hat sich nun hier der Hotspot seines Wirkens entwickelt. Tückisch, weil lange …






